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Excellence in Corporate Finance.

Weitere Erhöhung der Forschungsprämie ab 1.1.2018

(30-10-17)

Der Ministerrat hat eine weitere Erhöhung  der steuerliche Forschungsförderung (§ 108c EStG) für Unternehmen beschlossen. Für das Wirtschaftsjahr 2017 können Unternehmen somit 14% statt bisher 12% der Bemessungsgrundlage als Prämie geltend zu machen.


Wir möchten dies als Anlass nehmen, um Ihnen die Forschungsprämie nochmals ans Herz zu lagen. In der Praxis ist vielen Unternehmen nicht klar, dass Sie für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten diese indirekte Fördermöglichkeit in Anspruch nehmen können. Die Prämie kann für Projekte aus dem Bereich der Grundlagenforschung, aber auch der angewandten Forschung sowie der experimentellen Entwicklung beantragt werden. Hier besteht viel Optimierungspotential.

Wichtigste Fakten

Die Prämie beträgt 14 % der begünstigten Aufwendungen für F&E und erfolgt in Form einer Steuergutschrift auf dem Abgabenkonto. Dies gilt sowohl für die Auftrags- als auch für die eigenbetriebliche Forschung mit Inlandsbezug.

Unter eigenbetrieblicher bzw. Auftragsforschung versteht man:




Die begünstigten Aufwendungen für Auftragsforschung sind mit max. € 1 Mio. gedeckelt, d.h. die Forschungsprämie kann max. € 120.000 betragen.

Einreichzeitpunkt

Die Forschungsprämie ist bis spätestens zur Rechtskraft des betreffenden Körperschaftsteuerbescheides beim Finanzamt zu beantragen. Zusätzlich ist über Finanz-Online ein Antrag auf Erstellung eines Jahresgutachtens durch die FFG zu stellen. Diese beurteilt ausschließlich die inhaltliche Qualität von F&E. Ihre Aufgaben umfassen weder die Sachverhaltsermittlung noch die Prüfung der Bemessungsgrundlage.

Der Prozess hierfür läuft folgendermaßen ab:



Die FFG beurteilt die Förderwürdigkeit grundsätzlich ohne weitere Rückfragen aufgrund dieser kurz gehaltenen Darstellung, weshalb eine sorgfältige Formulierung über Erfolg oder Misserfolg des Antrages entscheidet. Das Finanzamt hat das Gutachten der FFG bei seiner Entscheidung in freier Beweiswürdigung zu berücksichtigen. Aus diesem Grund ist es zu empfehlen, einem negativen FFG-Jahresgutachten mit einer umfassenden und detaillierteren Darlegung des Sachverhaltes und dessen Würdigung entgegenzutreten.

Anforderungen Jahresgutachten

Für die Anforderung des Jahresgutachtens muss das Unternehmen das Projekt bzw. den Schwerpunkt mit max. 3.000 Zeichen beschreiben. Inhalt dieser Beschreibung ist:


  • Titel
  • Ziel
  • Inhalt
  • Methodik
  • Neuheit und Originalität
  • Ev. Hinweis auf Forschungsbestätigung der FFG und bezogene Förderungen

Es können Gutachten für max. 20 Forschungsprojekte gestellt werden, wobei die Zusammenfassung zu Forschungsschwerpunkten möglich ist.

Ermittlung der Bemessungsgrundlage

Begünstigte bzw. nicht begünstigte F&E-Leistungen sind:




Die Bemessungsgrundlage für die Forschungsprämie ist:


  • Löhne und Gehälter
  • Unmittelbare Aufwendungen
  • Unmittelbare Investitionen
  • Finanzierungsaufwand
  • Gemeinkosten


Hiervon sind steuerfreie Subventionen abzuziehen. Diese Positionen werden bei Beantragung des Jahresgutachtens in Finanz Online angegeben (Abweichungen max. 10%).


Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an unseren Kollegen, Hrn. Mag. Peter F. Baumgartner unter +43 (1) 533 1090-12 oder peter.baumgartner@m27.eu.